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Wie du mit einem schwalbe g‑one upgrade spürbar mehr traktion auf nassen gravelstrecken bekommst

Wie du mit einem schwalbe g‑one upgrade spürbar mehr traktion auf nassen gravelstrecken bekommst

Als begeisterte Rennrad-, Gravel- und Mountainbike-Fahrerin teste ich regelmäßig Reifen, weil keine Komponente so unmittelbar Fahrgefühl und Sicherheit beeinflusst wie die Kontaktfläche zum Untergrund. In den letzten Monaten habe ich mehrere Schwalbe G‑One‑Modelle intensiv auf nassen Gravelstrecken gefahren – von gepressten Waldwegen bis zu lehmigen Feldwegen. Hier teile ich meine Erfahrungen, Setup‑Tipps und praktische Tricks, wie du mit einem Schwalbe G‑One‑Upgrade spürbar mehr Traktion bekommst.

Warum ein Reifen‑Upgrade auf nassem Gravel so viel bringt

Nass bedeutet für Gravel: weniger Haftung, veränderte Reibwerte, und oft auch mehr Morast und weiche Kanten. Ein Reifen, der auf trockenem Schotter schnell ist, kann auf nassem Untergrund gefährlich sein. Ich habe gelernt, dass drei Faktoren entscheiden: Profil und Anordnung der Stollen, Gummimischung (Compound) und Volumen bzw. Luftdruck. Das G‑One‑Portfolio von Schwalbe adressiert genau diese Punkte – nicht mit einem Universalkonzept, sondern mit Varianten für unterschiedliche Prioritäten: mehr Grip, bessere Selbstreinigung oder schnelleres Abrollen.

Welche G‑One‑Variante passt zu nassen Bedingungen?

Schwalbe bietet mehrere G‑One‑Versionen (z. B. Speed, Allround, Ultrabite) mit unterschiedlichen Profilen und Compounds. Für nasse, schlammige und technisch anspruchsvollere Strecken empfehle ich klar eine Variante mit markanterem Seitenstollen‑Design und einem weicheren Compound.

ModellProfil/CharakterCompoundEmpfohlener Einsatz
G‑One SpeedFlaches, feines MittelprofilADDIX Race/SpeedSchnelles Rollen auf trockenem Schotter
G‑One AllroundAusgewogenes Profil, mehr SeitenstollenADDIX Speedgrip Mischbedingungen, moderate Nässe
G‑One Ultrabite / BiteAggressivere Seitenstollen, offeneres ProfilWeicheres ADDIX‑Compound Nasse, schlammige, technische Abschnitte

In meinem Praxistest war die Ultrabite‑Variante (oder Bite‑ähnliche Modelle) auf nassen Gravelstrecken deutlich sicherer in Kurven als die Speed‑Variante. Das fühlt sich sofort an: späteres Herausbeschleunigen aus Kurven, weniger seitliches Rutschen, besseres Feedback.

Setup‑Tipps: Tubeless, Druck, Sealant und Felgenbreite

Ein „Upgrade“ endet nicht beim Reifenkauf. So richte ich meine G‑One‑Reifen ein:

  • Immer tubeless fahren: Tubeless reduziert das Risiko von Durchschlägen und erlaubt deutlich niedrigere Luftdrücke, was auf nassem Untergrund mehr Haftung bringt. Schwalbe G‑One sind meist als „Tubeless Easy“ oder „TL‑Ready“ verfügbar.
  • Luftdruck: Ich senke den Druck gegenüber trockenem Setup um 10–20 % und variiere nach Fahrergewicht und Trail: Bei 28–35 mm Reifen fahre ich oft 2,0–2,4 bar (≈29–35 psi) vorne etwas weicher als hinten. Bei 40–45 mm Gravelreifen sind 1,6–2,0 bar ein guter Startpunkt. Wichtig: Kein „Kissen“ fahren — zu wenig Druck kostet Führung und erschwert Kurventechnik.
  • Sealant: Frisches Dichtmittel (z. B. Stans, Orange Seal) ist Pflicht. Ich kontrolliere vor jeder nassen Tour, ob die Dose nicht älter als 6–9 Monate ist und ob noch genug in den Reifen ist.
  • Felgeninnnenbreite: Breitere Felgen (z. B. 23–30 mm innen) breiten den Reifen besser aus, verbessern die Seitenstollenwirkung und damit die Kurvenhaftung.
  • inserts: Bei sehr aggressiven Trails nutze ich gelegentlich Einlagen wie CushCore oder ähnliche, um Felgenschäden zu verhindern und die Seitenwandstabilität zu erhöhen. Das verbessert das Kurven‑Handling, kostet jedoch etwas Rollwiderstand.
  • Wie du bei Regen und Schlamm fahrtechnisch mehr Grip rausziehst

    Reifen sind nur die halbe Miete. Auf nassen Strecken ändere ich bewusst mein Fahrverhalten:

  • Line‑Wahl: Ich suche die härteren Spuren, nicht die glänzenden, glatten Abschnitte. Die erste Rille neben dem Radweg ist oft stabiler.
  • Bremstechnik: Kurz und progressiv statt abrupt. Vor der Kurve vorsichtig die Geschwindigkeit mit der Bremse kontrollieren, dann mit Gewicht nach vorn und rechts/links balanciert durchziehen.
  • Körperposition: Tiefer Schwerpunkt, mehr Gewichtsverlagerung in die Kurveninnenseite. Ich halte Blick und Brust in Fahrtrichtung, nicht auf das Vorderrad.
  • Kurvenradius: Bei unsicherem Grip vergrößere ich den Kurvenradius und erspare mir so plötzliche Belastungsspitzen an den Seitenstollen.
  • Messbare Verbesserungen, die ich festgestellt habe

    Beim Wechsel von G‑One Speed (schmaler, härter) auf G‑One Ultrabite (breiter, weicher) auf einer gemischten 30‑km‑Strecke mit mehreren feuchten Abschnitten konnte ich folgendes beobachten:

  • Längere Spitzengeschwindigkeit in Kurven ohne Rutschen (gefühlte +15–25 % Sicherheit).
  • Bessere Traktion beim Anfahren aus lockerem Lehm, weniger Durchdrehen des Hinterrads.
  • Kein spürbarer Einbruch in Effizienz bei moderaten Drücken — die Mehrkosten durch Mehrgewicht und leicht höheren Rollwiderstand waren in der Praxis vernachlässigbar, da ich insgesamt flüssiger fahren konnte.
  • Pflege und Wartung für dauerhaft guten Grip

    Um den Grip zu erhalten, beachte ich folgende Routine:

  • Regelmäßig die Lauffläche und Seitenwände auf Einfahrschäden untersuchen; kleine Risse oder Schnitte rechtzeitig mit Flüssigkleber/Sealing behandeln.
  • Reifen etwa alle 6–12 Monate oder nach starkem Einsatz wenden (bei entsprechender Konstruktion), damit sich die Profilabnutzung gleichmäßig verteilt.
  • Dichtmittelstand prüfen und bei Bedarf auffüllen — besonders nach vielen kleinen Einsätzen oder bei hohen Temperaturen.
  • Wann lohnt sich das Upgrade nicht?

    Wenn du überwiegend auf trockenem, sehr feinem Schotter oder Asphalt fährst und maximale Geschwindigkeit priorisierst, ist die pure Speed‑Version besser. Ein weicherer, aggressiver G‑One kostet etwas Rollcomfort und verschleißt schneller auf abrasiven Strecken. Entscheidend ist: Passt der Reifen zu deinem Streckenprofil und Fahrstil?

    Was du vor dem Kauf testen solltest

    Bevor du umrüstest, empfehle ich einen Testlauf unter realen Bedingungen: montiere den Reifen provisorisch tubeless, variiere den Druck und dokumentiere zwei Touren — eine trockene, eine nasse. Notiere Fahrfeedback zu Kurven, Antrieb und Pannensicherheit. So findest du heraus, ob der Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Grip für dich passt.

    Auf Hkbikeparts auf https://www.hkbikeparts.de teile ich regelmäßig detaillierte Tests mit Messwerten, Fotos und konkreten Tourbeispielen. Wenn du magst, kannst du mir gerne deine Streckenbeschreibung schicken — ich schaue mir an, welche G‑One‑Variante für deinen Einsatz sinnvoll ist und schreibe dir konkrete Druck‑ und Setup‑Empfehlungen.

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